30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs

Vom Studio in Freistadt bis zum ehemaligen „Eisernen Vorhang“ sind es rund 15 Kilometer. Dieser inhaltliche Schwerpunkt im Freien Radio Freistadt möchte, grenzüberschreitende Themen, Anliegen und Diskurse verstärkt hör- und sichtbar zu machen und abseits von Tourismus und Shopping auch das Leben, Geschichte, Kultur und den Alltag der Menschen wechselseitig näherbringen.

Zum Anlass 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs produzieren wir mit unseren ProgrammmacherInnen einen Schwerpunkt mit Fokus auf die Ereignisse von 1989, den Jahren danach und das Leben im Grenzraum heute, der das nördliche Sendegebiet vom Freien Radio Freistadt bildet.

30 Jahre Grenzöffnung – Rückblicke, Erwartungen, Realitäten und Visionen.
Anhand von drei Sendereihen – „Grenzgeschichte(n)“, „Über die Grenze“ und „Ahoi Kultur“ möchten wir auf die bewegte Zeit vor 30 Jahren zurückblicken, grenzüberschreitende Initiativen vorstellen und für Aktivitäten im Gedenkjahr eine Plattform im Radio bieten.

Sendezeiten ab September 2019
Di um 18:00 Uhr (Wh: Mi um 13:00 Uhr)
Do um 18:00 Uhr (Wh: Fr um 13:00 Uhr)

Sendungen in der Radiothek nachhören:
Grenzgeschichte(n)
Über die Grenze
Ahoi Kultur
nebenan – vedle

Grenzgeschichte(n)
Über 40 Jahre war der Eiserne Vorhang eine nahezu unüberwindbare Grenze für TschechInnen – auch für die MühlviertlerInnen endete der Lebensraum abrupt nur wenige Kilometer nördlich der Bezirkshauptstadt Freistadt. Eine Grenze, die auch heute noch vielfach in den Köpfen der Bevölkerung in Südböhmen und im Mühlviertel präsent ist.

Mit der Grenzöffnung kamen die politische Entspannung, aber zugleich auch Ängste und Vorurteile: Etwa die befürchtete Verdrängung am österreichischen Arbeitsmarkt durch tschechische „Billigarbeitskräfte“ und steigende Kriminalität. Die Hamsterkäufe und das vielfach abschätzige Verhalten der ÖsterreicherInnen gegenüber den TschechInnen, wirken sich bis heute negativ auf die Verständigung aus.

Was waren Auslöser und Ursachen dieser Ängste und Vorurteile? Wurden sie im Laufe der Jahre aufgelöst? Wie waren die ersten Begegnungen mit Menschen aus dem Nachbarland? Was ist aus diesen Kontakten aus der Zeit der Öffnung entstanden – im privaten, im beruflichen als auch im öffentlichen Bereich? Wie groß waren die Sprachbarrieren bzw. in wie weit sind sie heute noch vorhanden?

Wir laden ZeitzeugInnen zu uns ins Studio ein, um ein Stimmungsbild dieser Zeit zu zeichnen: ehemalige ZöllnerInnen, BürgermeisterInnen und EinwohnerInnen der Grenzgemeinden, HistorikerInnen und GrenzgängerInnen.

Über die Grenze
In diesem Format richten wir den Fokus auf bestehende und geplante grenzüberschreitende Projekte zwischen Südböhmen und dem Mühlviertel und möchten diesen vielfach zivilgesellschaftlichen Initiativen eine mediale Plattform im Radio bieten. Wir laden Menschen aus allen Lebensbereichen ein, die sich in grenzüberschreitenden Projekten engagieren und bieten ihnen die Möglichkeit ihr Projekt vorzustellen.

Viele österreichische Unternehmen haben Niederlassungen im Südböhmischen Grenzraum. Zahlreiche ArbeitnehmerInnen aus Tschechien sind im Mühlviertel beschäftigt – besonders in der Gastronomie.

Wie sieht aber das Streben nach grenzüberschreitender Zusammenarbeit abseits wirtschaftlicher Interessen und Verflechtungen aus? Existieren auch Kooperationen im Kultur- und zivilgesellschaftlichen Bereich? Wo findet grenzüberschreitende Zusammenarbeit statt und wo funktioniert sie? Was motiviert die Menschen und wie sind die geeigneten Rahmenbedingungen dafür?

In der Reihe „Über die Grenze“ informieren wir außerdem auch über Veranstaltungen und Aktivitäten zum Jubiläumsjahr.

Ahoi Kultur
Das Format „Ahoi Kultur“ soll Einblicke in das kulturelle Leben in Tschechien bieten. Im Fokus steht dabei „Literatur“ – ein Thema, das viele grenzüberschreitende Initiativen der letzten Jahrzehnte beschäftigt und begleitet hat. Nicht zuletzt waren es tschechische AutorInnen wie Václav Havel oder Jiří Gruša, die die Zeit nach 1989 wesentlich prägten.

Geplant sind Sendungen über tschechische Literatur, Sendungen zu Kulturveranstaltungen in Südböhmen und ein kleiner „Sprachkurs“ im Radioprogramm, bei dem Basics der tschechischen Sprache vermittelt werden.

Ein Teil des Eisernen Vorhangs bei Borovany. Bild: Fritz Fellner