1968: Prager Frühling

Das Freie Radio Freistadt widmet sich im Schwerpunktprogramm zum Gedenkjahr 2018 auch dem Prager Frühling. Dazu möchten wir ganz besonders auf drei Sendungen hinweisen, die im Rahmen des heurigen Kulturfestes „ÜBERGÄNGE PRECHODY“ in Gmünd und České Velenice entstanden sind.

ÜBERGÄNGE PRECHODY
Seit 2004 – dem EU Beitritt Tschechiens – findet jedes zweite Jahr in den unmittelbar nebeneinander liegenden Grenzstädten Gmünd und České Velenice das Kulturfest ÜBERGÄNGE PRECHODY statt, veranstaltet vom gleichnamigen Verein.

Von 26. bis 29. Juli fanden heuer vier Tage lang 40 Events mit 80 KünstlerInnen aus mehreren Nationen, mit Theater, Musik, Ausstellungen, Kino, Tanz, Exkursionen, Diskussionen und Performances statt. Mit dem vorangigen Ziel Grenzen aufzuheben.

Auch mit den Ereignissen im Jahr „1968“ in der Tschechoslowakei hat sich die Veranstaltung im Rahmen der Konferenz 1968 inhaltlich auseinandergesetzt.

 

Der Prager Frühling – Die Reformierbarkeit des Unreformierbaren
Vortrag von Niklas Perzi, Historiker und Publizist.
Aufgezeichnet am 27.7.2018, im Kulturzentrum „Fenix“ in České Velenice.
Warum kam es zu diesem Reformprozess in der Tschechoslowakei? Wer waren die Träger?
Was waren die Ziele? Was blieb vom Prager Frühling?

Sendezeiten:
Mi, 8.8. um 10:00
Do, 9.8. um 15:00
Fr, 10.8. um 18:00
Sendung in der Radiothek hören

 

1968 in Ost und West
Diskussionsrunde mit Zeitzeugen aus Tschechien und Österreich

Am Podium diskutierten:
Premysl Janyr, Grenzgänger und Sohn eines Politikers, der die Tschechoslowakei verlassen musste. Franz Drach, Publizist aus Gmünd, Jíří Kabeš, Gründungsmitglied der Band Plastic People Of The Universe, deren Musiker damals mit einem Auftrittsverbot belegt und später auch inhaftiert wurden. Ebenfalls am Podium war der österreichische und international anerkannte Autor Robert Menasse. Moderiert wurde die Diskussion von Thomas Samhaber, Obmann des Vereins „Übergänge – Přechody“.

Sendezeiten:
Sa, 11.8. um 18:00
Di, 14.8. um 11:00
Do, 16.8. um 9:00
Sendung in der Radiothek hören

 

Plastic People of the Universe
Konzertmitschnit, aufgezeichnet am27.7.2018 in České Velenice

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 beginnt die tschechoslowakische Band mit Coversongs von Velvet Underground, den Doors, und anderen. Später entstehen immer mehr eigene Lieder. 1970 verlieren sie nach einem Vorspiel vor staatlichen Gremien ihre Lizenz als Profimusiker, müssen die Instrumente der staatlichen Leihagentur zurückgeben und verlieren ihre Proberäume. Da sie jede musikalische Anpassung an das Establishment ablehnen, werden sie mit einem Berufs- und Auftrittsverbot bestraft. Von nun an spielen sie im Verborgenen, in kleinen Dörfern, unter anderem am Landsitz von Vaclav Havel. Nach einem geheimen Festival werden die Bandmitglieder verhaftet und zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Ihre Musik wird außer Landes geschmuggelt und veröffentlicht. Proteste gegen das Vorgehen der Regierung münden in die Gründung der Charta 77. 1988 zerfällt die Band, 1997 formiert sich die Band, mit jüngeren Musikern verstärkt, neu.

Plastic People of the Universe sind am 27. Juli 2018 im Rahmen des Festivals Übergänge / Prechody in České Velenice aufgetreten.

Sendezeiten:
So, 12.8. um 18:00
Mo, 13.8. um 13:00
Di, 14.8. um 20:00
Sendung in der Radiothek hören

 

Informationen zum Festival finden Sie unter: www.prechody.eu

 

Diskussionsrunde mit Zeitzeugen aus Tschechien und Österreich im Rahmen von „Übergänge – Přechody“.
Von li.: Thomas Samhaber, Premysl Janyr, Jíří Kabeš, Franz Drach und Robert Menasse.


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