Dialogforum Mauthausen

Am 5. Mai 1945 wurde das KZ Mauthausen-Gusen von Angehörigen der U.S. Army befreit. Noch in den Wochen nach der Befreiung starben tausende Personen, die von der Lagerhaft derart geschwächt oder schwerkrank waren, dass sie keine Überlebenschance mehr hatten. Auch noch in den folgenden Jahrzehnten starben viele an den Folgen der Lagerhaft, die nicht nur schwere gesundheitliche Schäden hinterließ, sondern auch psychische Traumata, mit denen die Überlebenden bis an ihr Lebensende zu kämpfen hatten.

Der Mehrheit der Täter gelang es nach Kriegsende, unterzutauchen; nur einige wenige mussten sich wegen ihrer Taten vor Gericht verantworten. Andere wurden, nachdem sie aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden waren, als „Helden“ und „Heimkehrer“ gefeiert und sofort wieder in die Gesellschaft integriert.

Vielen ihrer Opfer stellte sich hingegen nach der Befreiung die Frage: Wohin? Ihre Heimat war zerstört, ihre Familie verschleppt oder getötet worden, und vielen, wie etwa den befreiten spanischen Häftlingen, war es nicht möglich, in ihre Heimat zurückzukehren, da ihnen dort erneut Verfolgung drohte. So blieben sie über Jahre hinweg als sogenannte Displaced Persons in Barackenlagern, die sich oftmals auf dem Grund vormaliger Konzentrationslager befanden, oder fanden eine neue Heimat inmitten der ehemaligen Täter. (Text-Quelle: Website KZ-Gedenkstätte Mauthausen).

Weitere Informationen zum Programm

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All diesen Themen widmet sich das 16. Dialogforum Mauthausen, das von 19. bis 20. September 2025 im Besucher*innenzentrum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen stattfand.

Das Freie Radio Freistadt hat Mitschnitte von Vorträgen und Diskussionsrunden zu einer Sendereihe aufbereitet.

Sendezeiten:
3., 4. und 5. Sa im Monat um 15:00
Wh: Di um 9:00

Sa 18.4. um 19:00
Aleida Assman, Literatur -und Kulturwissenschaftlerin:
80 Jahre nach der Befreiung – Der Blick zurück und nach vorne

Sa, 25.4. um 15:00
Regina Fritz, Institut für Zeitgeschichte Wien:
Nach der Befreiung. Heimholung der ungarischen Jüdinnen und Juden aus dem Konzentrationslager Mauthausen

Sa, 16.05. um 15:00
Christina Kandler, Verein MERKwürdig – Zeithistorisches Zentrum Melk:
„…dass das Leben, das ich gewohnt war zu leben, nie wieder zurückkehren wird…“ Die Kinderhäftlinge des KZ Melk nach ihrer Befreiung.

Sa, 23.05. um 15:00
Laura Langeder, KZ Gedenkstädte Mauthausen:
Die Befreier nach der Befreiung. Offizielle und familiäre Erinnerungskulturen.

Sa, 30.05. um 15:00
Falk Bersch, Autor und Kurator:
Die zweifache Verfolgung der Zeugen Jehovas im NS-Staat und in der SBZ/DDR.

Sa, 20.06. um 15:00
Robert Obermair und Antonia Winsauer, Universitäten Salzburg und Wien:
Erinnerungskultur im Wandel: Jüdische Fluchtgeschichten zwischen Salzburg und Italien.

Sa, 27.06. um 15:00
Martin Hagmayr, Museum Arbeitswelt:
Zwischen Aufbruch und Abschied: Die jüdische Gemeinde in Steyr nach 1945.

Sa, 18.07. um 15:00
René Bienert, KZ-Gedenkstätte Mauthausen:
Was macht man eigentlich mit einem befreiten Lager?

Sa, 25.07. um 15:00
Sarah Grandke, Universität Regensburg:
„Am meisten wollte ich den Friedhof [sehen], aber leider war [er] nicht da.“ Von der Entstehung und dem Verschwinden eines KZ-Friedhofs.

Sa, 15.08. um 15:00
Esther Lindenlauf, KZ-Gedenkstätte Dachau:
Zwischen Selbst- und Fremdorganisation – Das „International Information Office for the former Concentration Camp Dachau.“

Sa, 22.08. um 15:00
Timo Saalmann, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg:
Rückfälle. Die Nachkriegsbiografie des Flossenbürg-Kapos Alois Jakubith.

Sa, 29.08. um 15:00
Piotr Chruścielski, KZ-Gedenkstätte Stutthof:
Hans Vey: Ein deutscher Kapo vor einem polnischen Gericht.

Sendungen im Online-Archiv:
https://cba.media/podcast/dialogforum-mauthausen-2025